Konzept Bauernhofkindergarten

 

Stand Juni  2003

 

  (Die neueste Version finden Siebeim Träger des Kindergartens, dem Internationalen Bildungs- u. Sozialwerk e.V., unter www.int-bsw.de)

 

I. Grundgedanken

 

1.1                               Idee

1.2                        Bauernhof als "Immun-Trainingslager"

1.3                        Bauernhof und die kindliche Entwicklung

1.4                        Kinder und Tiere

1.5                     Tiere als Freunde und Cotherapeuten

1.6                        Grundgedanken zur Integration

1.7                     Der Bauernhofkindergarten ist offen für alle Kulturen und Konfessionen

 

 

II.) Konzeptioneller Teil

 

2.1                 Alltag im Bauernhofkindergarten

2.2                                 Pädagogisches Anliegen und Leitbild

2.3                        Integration von autistischen und wahrnehmungsgestörten Kindern

2.4                        Umsetzung des Konzeptes im Tagesablauf der Kinder

2.5                        Bildungsarbeit

2.6                                     Elternarbeit

2.7                                  Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit

                 

 

III.) Beispielkindergärten

 

      3.0            Beispiele erfolgreich umgesetzter Konzepte

 

IV.) Organisatorischer Teil

 

     4.1                       Rahmenbedingungen/Kapazität/ Personal

     4.2                                    Lage/Größe/Räumlichkeiten

     4.3                           Ausstattung

4.4                          Öffnungszeiten/Tagesablauf

4.5                          Ernährung

4.6                          Zusammenarbeit mit Fachleuten

4.7                          Qualitätssicherung

 

 

V. Träger

 

VI.1 Kontakt

 

 

 

I. Grundgedanken

 

1.1 Idee

 

Kindergarten soll ein Ort zum Spielen, toben, lernen und gemeinsam leben sein. Hier erfolgt Bildung, Erziehung und Betreuung. Kinder kommen als Persönlichkeiten mit all ihren Ideen, Eigenheiten, Potentialen und Bedürfnissen, aber mitunter auch mit Handicaps und Erfahrungsdefiziten. Die Situation einiger Kinder in der Großstadt ist von einem technisierten Leben, einer Ernährung aus der Tiefkühltruhe und dem Tetrapack als auch einer Abstinenz vom naturnahen Raum, geprägt. Ackerbau und Viehzucht gerade in Zeiten von BSE, Maul und Klauenseuche und Massentierhaltung werden größtenteils nur noch durch die Medien wahrgenommen. Wenn das Bild des Kindes von der Landwirtschaft leider nur durch das Hörensagen wahrgenommen wird und wenn dies in den Medien durch eben solche Negativmeldungen geprägt ist, der generelle Bezug jedoch kaum vorhanden ist, ist es an der Zeit, dem entgegenzuwirken.
Einige Eltern tun dies, indem Sie mit ihren Kindern Ausflüge in den ländlichen Raum unternehmen oder bewusst mit Ihren Kindern den Bauernhof als Urlaubsort wählen. Wir wollen dieses Prinzip umkehren und ein Stück des ländlichen Raumes dahin bringen, wo es verloren ging.
Nun ist die Idee, einen Bauernhofkindergarten nicht im Umland der Großstadt, sondern in Leipzig anzusiedeln und damit dem Kind die Möglichkeit zu eröffnen, wieder sich ein Stück der Natur und deren Kreislauf zu erschließen. Mit dem Gut Mölkau haben wir einen idealen Standort und mit dem Betreiber Herrn Moddemann einen guten Partner gefunden.

 

 

1.2 Bauernhof als Immun Trainingslager

 

Die sogenannte "Hygiene-Hypothese" besagt, dass Kinder für die gesunde Heranreifung ihres Immunsystems vor allem im Kleinkindalter die Auseinandersetzungen mit Keimen brauchen, um in späteren Jahren abnorme
Reaktionen auf die Umwelt- Allergien, zu vermeiden. Diese These untermauert eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Das kindliche Immunsystem braucht zur gesunden Heranreifung "Trainingspartner", die auf dem Bauernhof in idealer Weise vorhanden sind. Der moderne
Lebensstil mit einer mitunter keimfreien, quasi sterilen Umgebung bietet den Kindern nicht mehr die so dringend benötigten "Immun-Trainingspartner".
Deshalb sind die Allergie-Raten in den wohlhabenden Industrieländern um ein Mehrfaches höher als in den armen Entwicklungsländern.

 

 

1.3 Bauernhof und kindliche Entwicklung

 

  Kinder suchen Anregungen, Bewegung und neue Herausforderungen. Sie brauchen zahlreiche Angebote um aus einer Palette für sich auszuwählen. Doch immer mehr Kinder haben Defizite bei der Entwicklung ihrer grundlegenden Fähigkeiten. Diese können sich äußern in: aggressivem Verhalten, Sprach- und Essstörungen, Phantasielosigkeit, Fehlen motorischer Fähigkeiten, erhöhte Unfallgefahr auf Grund von Koordinationsproblemen, mäßige Bewegungssteuerung und geringes Gleichgewicht.
Um solche Defizite gar nicht erst entstehen zu lassen oder ihnen entgegenzuwirken, wollen wir gemeinsam mit den Eltern genau an dieser Stelle ansetzen.
Tiere sind dazu u.a. die idealen Partner. Sie erleichtern dem Kind, sich seiner Umwelt zu öffnen, soziale Bindungen einzugehen und Verantwortung gegenüber sich selbst, dem Tier und der Natur zu übernehmen.

 

 

1.4 Kinder und Tiere

 

Viele Kinder haben großes Interesse an Tieren. Wer kennt nicht die Wünsche von Kindern nach einem Kaninchen oder einem Hamster? Wer wollte nicht als Kind reiten oder einen Zoo besuchen? Wer möchte nicht wissen, wie die kleinen Vögel leben, wo sie her kommen und wo sie hinziehen?

Tiere zeigen Kindern, wie vielfältig die Natur ist. Man kann Tiere beobachten, Haustiere auch streicheln, mit ihnen spielen, man kann ihr Freund sein. Tiere können unser Leben mitgestalten und beeinflussen. Tierkontakt eröffnet Kindern die Möglichkeit zu lernen und die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Nach unserer Erfahrung nehmen wir an, dass Kinder, die im engen Tierkontakt stehen, die die Bedürfnisse von Tieren wahrnehmen und respektieren, oft umgänglicher sind und seltener zu depressivem oder aggressivem Verhalten als Gleichaltrige ohne Kontakt zu Tieren neigen. Sie können in der Regel besser auf ihre Mitmenschen eingehen, und sind selbstbewusster und toleranter, entwickeln mehr Lebensfreude und Selbstvertrauen. Kinder mit oder ohne Beeinträchtigungen haben, neben den ihnen vertrauten Bezugspersonen, die Möglichkeit in Tieren ihre Freunde sehen, Beziehungen zu ihnen aufzubauen und Erfahrungen für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit sammeln. Wer einen vierbeinigen Freund streichelt, der bringt seinen Puls zur Ruhe und baut Stress ab. Behinderte Kinder können erleben, dass das Tier keinen Unterscheid zwischen ihnen und dem nichtbehinderten Kind macht - eine Erfahrung, die sie mit ihren Mitmenschen leider nicht immer erleben.

Die Kontaktaufnahme zum Haustier findet insbesondere bei kleinen Kindern über die Berührung oder das Füttern statt und nicht in erster Linie über Worte.
Der Umgang mit Tieren fördert das Erlernen und Anwenden von nonverbaler Kommunikation. Diese wird in der modernen Gesellschaft zu wenig berücksichtigt und kaum bewusst entwickelt oder gefördert. Für das menschliche Sozialverhalten spielt aber die Kommunikation im sogenannten nonverbalen Bereich eine bedeutende Rolle. Die nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik, Stimmfarbe, Blickverhalten, etc.) hält uns einen Zugang zu einer anderen, tieferen Schicht unserer Existenz offen. Worte (verbale Kommunikation) sind für den Austausch von Informationen bedeutend. Um aber etwas zu empfinden, Interesse oder Abneigung zu zeigen, oder die Stimmung und Befindlichkeit des Gegenübers wahrzunehmen, ist das Erkennen und Deuten der nonverbalen Kommunikation wichtig.

 

1.5 Tiere als Freunde und Cotherapeuten

 

Die Tatsache, dass das Zusammenleben mit Tieren eine Vielzahl positiver Effekte für die psychische und physische Gesundheit des Menschen mit sich bringt, spricht dafür, Tiere auch als Therapeuten einzusetzen.

Schon seit Jahren werden Tiere gezielt in die Therapie einbezogen. Tiere als "Cotherapeuten" helfen bei der Behandlung von verhaltensauffälligen, körperlich und geistig behinderten Kindern, bei Sprach- und Bewegungsstörungen, bei Autismus, in der Rehabilitation nach Unfällen und bei Depressionen. Sozial ängstliche Kinder lernen im Umgang mit dem Tier, ihre Bedürfnisse zu artikulieren. Sie entwickeln Vertrauen.
Das Tier wird in der psychologischen Therapie zu einem Mittler zwischen Therapeut und Kind. Wenn ein Kind beispielsweise traumatische Erfahrungen mit seiner Umwelt gemacht hat und sich daraufhin in sich selbst zurück zieht, kommuniziert es möglicherweise mit einem Tier auf einer ganz anderen Ebene als mit Bezugspersonen.
Ein Hund z.B. zeigt offen seine Freude, kommt auf den kleinen Menschen zu und lässt sich streicheln. Auch nervöse, labile Kinder mit Kontaktschwächen können mit Hilfe von Tieren ausgeglichener werden.

Allgemein bekannt ist der Einsatz von Pferden zur Therapie. Die positive Wirkung der Pferde auf das reitenden Kind beruht u.a. auf einer Schulung des Gleichgewichts, einem Aufbau der Konzentrationsfähigkeit und dem Fließen von Körperwärme in einem Bewegungsdialog zwischen Mensch und Tier. Der Körperkontakt wirkt auf Kinder, und auch auf Erwachsene, beruhigend und entspannend. Bei der Schulung und Weiterentwicklung der großen (Grobmotorik) und kleineren Bewegungsabläufe (Feinmotorik) sowie der besseren Koordination des gesamten Körpers - gibt das Reiten eine große Hilfe.

1.6 Grundgedanken zur Integration

 

"Eigenartig, wie das Wort eigenartig es fast als fremdartig hinstellt, eine eigene Art zu haben." (E. Fried)

Der Bauerhofkindergarten soll eine Einrichtung sein, in der Kinder mit Beeinträchtigungen willkommen sind und gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern spielen, lernen und leben. Das Stichwort lautet Integration. Dies bedeutet im herkömmlichen Sinne Eingliederung/ Einbeziehung eines Menschen mit besonderen Merkmalen in eine Gruppe von Menschen, die "normal" sind. Aber, hat nicht jeder Mensch besondere Merkmale? Hat nicht jeder seine eigene Art? Ist nicht jeder eigenartig?

Kinder lernen besonders gut voneinander. Sie machen in der Gruppe Erfahrungen, die ihnen allein oder im Umgang mit Erwachsenen fehlen würden. Unser Projekt soll Kindern mit Beeinträchtigungen die Möglichkeit geben, sich zusammen mit Gleichaltrigen zu entwickeln, mit und von anderen zu lernen.
Ebenso können durch Integration auch Kinder ohne besondere Beeinträchtigungen Erfahrungen sammeln. Sie können beobachten und begreifen, was es bedeutet, die eine oder andere Beeinträchtigung zu haben und so kann verhindert werden, dass sie Berührungsängste aufbauen.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Integration von Kindern mit Autismus, autistischen Zügen und anderen Wahrnehmungsstörungen. Wir wollen versuchen, für diese Kinder eine Umgebung zu schaffen, in der sie sich ihren Möglichkeiten entsprechend entwickeln können und dabei Teil einer Gemeinschaft sind.

2.1 Der Bauernhofkindergarten ist offen für alle Kulturen und Konfessionen

So bunt die Tierwelt und die Vegetation dieser Erde ist, so verschieden und individuell sind auch die Kulturkreise in denen Menschen leben. Dieses empfinden wir als große Bereicherung. Wir heißen Kinder aller Nationen und Konfessionen willkommen.

II.) Umsetzung im Alltag

 

2.1 Alltag im Bauernhofkindergarten

 

Kindergärten sind die ersten Stationen in der Kinder außerhalb der Familie etwas lernen können. Warum nicht diese Chance nutzen den Kinder die Geheimnisse des Lebens der Pflanzen und Tiere näher zu bringen. Die im Umkreis einmalige Lage des Gutes Mölkau schafft dafür die idealen Voraussetzung. Hier lernen die Kinder im täglichen Erleben das Landleben und die Natur kennen und schätzen. Sie können selbst miterleben und nachvollziehen wie viele Gaben des täglichen Bedarfs, wie z.B. die Kartoffel, verschiedenen Gemüse und Getreide angebaut, gesät oder gepflanzt werden. Sie beobachten und erleben die verschiedenen Stadien des Wachsens der Pflanze und können diese, wenn Sie gereift sind, selbst ernten und verarbeiten.
- Woher kommt der Samen und wie vermehren sich Pflanzen
- Wann ist der richtige Zeitpunkt zum säen und ernten.
- Wie viel Licht oder Schatten braucht die Frucht um zu gedeihen.
- Wieso wächst die Pflanze so kümmerlich, wenn ich Sie zu wenig wässere oder
verfault, weil die Wassergabe zu reichlich war.
Dies sind alles Fragen, die wir im Experiment mit den Kindern auf einen eigenen Feld nachvollziehen können. Und wir werden die Räumlichkeiten der Ökostation auf dem Gut nutzen, um aus dem eigenen angebauten und geernteten Getreide nach dem mahlen, Brot zu backen.
Unser Kindergarten wird die Verantwortung über eine Gruppe Schweine haben. So lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen. Sie werden die Erfahrung machen, dass die Tiere von ihnen abhängig sind, wenn es z.B. um Hunger und Durst geht. Aber Sie werden auch lernen müssen, dass das schlachten auch zum Leben auf einem Bauernhof gehört.
Jedes Tier braucht Zuneigung und Pflege. Es gibt Strukturen im Tagesablauf des Bauernhofkindergartens, die uns die Tiere vorgeben. Dazu gehört u.a. das Füttern der Tiere und das ausmisten.

 

 

2.2 Pädagogisches Anliegen und Leitbild

 

Unser pädagogisches Leitbild geht aus von der Grundannahme, dass Kinder eigenständige Persönlichkeiten sind, die schon Potentiale verschiedenster Art mitbringen. Wir haben die Aufgabe ihren Weg zu begleiten, sie zu fordern und zu fördern und wie kleine Pflanzen gut zu pflegen. Maria Montessori prägte den Satz
" Hilf mir es selbst zu tun." An diesem Arbeitsaufrag wollen wir unser Konzept anlehnen. Viele Fragen stecken in den Kindern. Sie bemerken oft die kleinsten Veränderungen, hinterfragen diese, manchmal auch erst Wochen später. So etwa: Warum sind Tiere nach der Geburt erst klein und hilflos und müssen erst heranwachsen, bevor sie uns Eier legen oder Milch geben können? Warum ist der Frühling bunt, duftend, voller Leben und Bewegung und der Winter dagegen still, starr, arm an Farben und Gerüchen.

Es ist wichtig, die Kinder zum Beobachten und Fragen stellen anzuregen und diese Fragen beantworten zu können, aber auch den Kindern zu vermitteln, wie sie die Antworten auf ihre Fragen selbst finden können. Kinder lernen ganzheitlich, d.h. mit allen Sinnen und werden so erst vertraut mit den Dingen. Täglich erleben sie einen sorgsamen und liebevollen Umgang mit der Natur und übernehmen dieses Verhalten ganz selbstverständlich. Sie beobachten wie einmalig, schön und auch verletzbar sie ist.

Das, was Kinder lieben, nehmen sie in Schutz und sorgen sich darum.
In unserer zivilisierten Welt, die sich oft schon so weit von der Natur entfernt hat, ist für Kinder das Kennenlernen des natürlichen Kreislaufs des Lebens besonders wichtig. Denn durch die Anwesenheit eines Tieres, dessen Lebenserwartung in der Regel kürzer als die des Menschen ist, wird das Kind für den Umgang mit Schmerz, Leid und den Tod sensibilisiert. Das Kind erfährt die Endlichkeit des Lebens. Es leidet mit seinem Tierfreund, wenn dieser krank oder verletzt ist. Wenn das Tier stirbt, lernt das Kind von einem Lebewesen Abschied zu nehmen und es loszulassen.

Das Kind lernt Vertrauen zu einem Lebewesen aufzubauen. Durch Pflege, Fütterung und den täglichen Umgang mit Tieren übernimmt das Kind Verantwortung. Dies stärkt das Selbstwertgefühl und schafft Selbstvertrauen. Tiere haben ein feines Gespür für die seelischen Nöte und körperlichen Leiden großer und kleiner Zweibeiner: Richtig eingesetzt, wirken sie oft Wunder.

All diese Erfahrungen sollen auch behinderten Kindern ermöglicht werden. Folgender Grundsatz liegt unserer Arbeit zu Grunde. Eine Behinderung ist ein natürlicher Teil menschlicher Erfahrung und schränkt in keiner Weise das Recht des Einzelnen ein, unabhängig zu leben, über sich selbst und sein Leben zu bestimmen, Wahlmöglichkeiten zu haben, zur Gesellschaft beizutragen, berufliche Karrieren zu verfolgen und volle Integration in das wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Leben der Gesellschaft zu genießen.
Der in den letzten Jahren sich abzeichnende Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe spiegelt sich auch im Benachteiligungsverbot des Grundgesetzes wider.
Dort heißt es:
"Niemand darf aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden".
Menschen mit frühkindlichem Autismus sind aufgrund ihrer Behinderung von Benachteiligung nicht nur bedroht, sondern auch besonders betroffen. Da jedoch das Grundgesetz auch für sie gilt, müssen neue Unterstützungsformen entwickelt werden, die ihr Recht auf gleichberechtigte Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft auch real ermöglichen. Für autistische Kinder bedeutet dies auch, dass ihnen der Besuch einer integrativen Einrichtung entsprechend dem Ausprägungsgrad ihrer Behinderung ermöglicht wird.
Aber auch gesunde Kinder profitieren von der Integration. Sind sie doch alle in erster Linie Kinder und lernen so, dass nicht unbedingt wichtig ist alles am besten zu können. Menschen sind verschieden und haben unterschiedliche Talente und Stärken und jeder braucht in anderen Bereichen Hilfe und Unterstützung. So kann Behinderung ebenso wie verschiedene Hautfarben als Teil der bunten Welt erlebt werden.

 

2.3 Integration von autistischen und wahrnehmungsgestörten Kindern

 

Das Konzept sieht vor autistische und wahrnehmungsgestörte Kinder in die Kindergruppen zu integrieren. Das heißt wir werden in zwei unserer drei Gruppen
1-2 autistische Kinder pro Gruppe aufnehmen. Um sich über die speziellen Anforderungen an eine derartige Integrationseinrichtung klar zu werden ist es nötig sich mit dem Störungsbild intensiv auseinander zu setzen.

Autistische Störungen (Autistisches Syndrom, Asperger Syndrom, Kanner Syndrom, Frühkindlicher Autismus) sind gekennzeichnet durch tiefgreifende Beeinträchtigungen der Entwicklung, die bereits im Kindesalter beginnen und in deren Zentrum schwere Störungen der Interaktion in Kommunikation und Kontaktaufnahme stehen. Hinzu kommen zahlreiche Verhaltensauffälligkeiten, die besonders für die Eltern im alltäglichen Umgang mit ihren Kindern sehr belastend sind.
Die Störung tritt bei Jungen drei bis viermal häufiger auf als bei Mädchen.
In der Regel gibt es keine vorangehende Periode einer eindeutig unauffälligen Entwicklung, wenn es jedoch eine solche gibt, dann nicht über das 3. Lebensjahr hinaus.

In jedem Fall finden sich:
- Qualitative Beeinträchtigungen in den sozialen Interaktionen
- und in der Kommunikation allgemein.
- Charakteristische Störung durch eingeschränkte, sich wiederholende und
stereotype Verhaltensmuster, Interesse und Aktivitäten

Neben diesen spezifischen diagnostischen Merkmalen zeigen Kinder mit Autismus oft auch eine Reihe anderer, unspezifischer Probleme wie Befürchtungen, Phobien, Schlaf- und Essstörungen, Wutausbrüche sowie Aggressionen gegen sich selbst und andere. Die meisten Menschen mit Autismus lassen Spontaneität, Initiative und Kreativität in der Organisation ihrer Freizeit vermissen und haben Schwierigkeiten bei der Arbeit Konzepte zur Entscheidungsfindung anzuwenden. Im Rahmen autistischer Störungen kann jedes Intelligenzniveau vorkommen, man geht jedoch davon aus, dass zwei Drittel auch geistig behindert sind.

Schwierigkeiten bei autistischen Kindern sollen mit einem "facettenreichen pädagogisch-therapeutischen Angebot" begegnet werden. Die Kinder sollen motiviert werden. Dabei kommt es nicht auf die Fülle des Angebotes an, sondern auf die therapeutisch angemessenen. Der Entwicklungsstand und die Besonderheiten des jeweiligen autistischen Kindes sind dabei zu berücksichtigen. Anzustreben ist, daß möglichst viele autistische Kinder an integrativen Maßnahmen teilnehmen, da durch das gemeinsame Lernen mit nichtautistischen Kindern soziale Anregungen und Entwicklungsanreize im sozialen und emotionalen Bereich gegeben sind. Ohne entsprechende Integrationsmaßnahmen müssen auch gut begabte autistische Kinder später häufig Sonderschulen besuchen, schwächer begabte werden aufgrund autismusspezifischer Symptome gelegentlich auch aus Sonderschulen ausgeschult (Heimunterbringung oder Betreuung durch die Eltern).

Gerade für autistische Kinder ist nach unserer Erfahrung Tierkontakt ein wesentliches Kriterium zur besseren Integration in eine Gruppe. Sie können mit den Tieren kommunizieren ohne durch ihre Spracheinschränkung gehandicapt zu sein. Vertrauen entsteht und von Tieren werden mitunter Berührungen zugelassen die von Menschen nicht geduldet werden. Die autistischen Kinder lernen wie sanft eine Berührung sein muss, damit sie vom Tier als wohltuend erlebt wird. Manchmal schafft es die Nähe und Vertrautheit eines vierbeinigen Gefährten, die Isolation zu durchbrechen. In der Delfin-, Reit- und Hundetherapie werden diese Erfahrungen mit autistischen Kindern bereits genutzt. Ein Bauernhofkindergarten mit Tierkontakt, intensiver Einzelförderung in der Gruppe und speziell ausgebildeten MitarbeiterInnen scheint uns für die Integration von Kindern mit Autismus bestens geeignet

 

 

2.4 Umsetzung des Konzeptes im Tagesablauf der Kinder

 

Im Bauerhofkindergarten sollen die alltäglichen Bedürfnisse der Kinder und die der Tiere den gemeinsamen Tagesablauf bestimmen. Schon der Morgen beginnt gemeinsam. Kommen die Kinder in den Kindergarten, warten die Tiere schon auf ihre erste Fütterung. Sind wir mit dem Futtergeben fertig, nutzen wir die Mahlzeit der Tiere für das Entmisten und neu Einstreuen der Buchten. Nach getaner Arbeit, schmeckt das Frühstück noch einmal so gut. Im Tagesablauf bleibt genug Raum, um das Verhalten der Tiere, ihren Umgang miteinander und ihre Reaktion auf Menschen zu beobachten. Durch das Verteilen von Aufgaben können alle Kinder eine feste Rolle im Tagesablauf der Tiere bekommen. Sie helfen mit, die Tiere zu füttern, zu pflegen und deren Ställe zu reinigen. So wird das Tier nicht nur als Streicheltier betrachtet, sondern als pflegebedürftiges Wesen wahrgenommen.
Je nach Jahreszeit wird es verschiedene Aktivitäten auf dem Bauernhof geben. In der warmen Jahreszeit beispielsweise können die Hasen in einem freien Gehege auf der Wiese gehalten werden, im Winter müssen so manche Tiere einen besonderen Schutz vor der Kälte bekommen. So lernen die Kinder, sich auf verschiedene Bedürfnisse einzustellen und mit unterschiedlichen Gegebenheiten umzugehen.
Auf diese Art und Weise wird es möglich sein, dass sich Freundschaften zwischen Tieren und Kindern entwickeln und dass die Kinder lernen, verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen.

 

 

2.5 Bildungsarbeit

 

Kinder wollen die Welt mit all ihren Sinnen erfahren, verstehen und gestalten. Sie sind stetig auf Entdeckungsreise ihr Wissensdurst ist unerschöpflich. Dies kann die Erzieherin bewusst unterstützen und dem Kind helfend zur Hand gehen. So ist z.B. die Sprachentwicklung des Kindes eng verknüpft mit seiner emotionalen und geistigen Entwicklung. Die Erzieherin kann dies fördern, indem Sie Sprechanlässe schafft (so sie z.B. Bilderbücher zeigt), bei einem Puppenspiel die Kinder in die Handlung mit einbezieht, Lieder singt oder Reime spricht.

Die Kinder erfassen Sinneszusammenhänge  am besten an der realen Lebenssituation. Wir geben in Form von Projekten Anstöße die Welt durch Logik zu begreifen. Was kann man alles mit Farben erlernen. Wie erlernt das Kind Farbe. In einer ersten Phase werden den Farben Berufe zugeordnet (z.B. Rot für Feuerwehr, grün der Polizist, Schwarz der Schornsteinfeger, Weiß der Koch) in Phase zwei suchen wir uns Bezugspunkte in der Natur. In einem anderen Projekt nehmen wir uns die Farben als Anknüpfungspunkt und beginnen mit Verkehrserziehung. In einem späterem Projekt ist der Anknüpfungspunkt die Ampel und wir schauen, wo ist Oben, Unten was ist die Mitte. Und wir sehen Links das Schwarze Auto und Rechts das Blaue. Weitere Projekte schließen sich an. So z.B. was ist Hinten und Vorn, Klein und Groß die Beobachtungsgabe der Kinder wird geschult.

Ein anderes wichtiges Thema ist neben der geistigen Arbeit Bewegungsaktivitäten anzuregen und die Grob- und Feinmotorik zu schulen. Hier bieten wir Bewegungsspiele, musische Bewegung, Sport und handwerkliche Fertigkeiten (z.B. Tonarbeiten, kreatives Basteln, Holzwerkstatt) für die Kinder an. Für unsere Großen bieten wir einen Schulanfängertreff an, bei dem regelmäßig Bildungsangebote und Projekte speziell zur Schulvorbereitung angeboten werden.

Bei unserer Arbeit mit den Kindern werden wir auf Montessori- und Naturmaterialien zurückgreifen.

Selbstverständlich ist uns ein zurückgreifen auf externe Partner, die unsere Bildungsarbeit unterstützen können, so z.B. eine Grundschule, Museen, Verkehrspolizei aber auch der Zahnarzt und  die Zusammenarbeit mit einem Altenheim sind uns wichtig.

 

2.6 Elternarbeit

 

Im Vorfeld eines Vertragsabschlusses erfolgt ein intensives Gespräch mit den Eltern, um Kenntnisse vom bisherigen Leben des Kindes (z.B. bisherige Krankheiten und auffällige Krankheitszeichen), seine Gewohnheiten (z.B. Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten) und seine Besonderheiten zu gewinnen
(z.B. familiäre Situation - Geschwister, Elternteile und deren Familie).

Wir erklären unsere Konzeption und Herangehensweise, aber auch die Vorstellungen der Eltern sind ein wichtiger Faktor, die bei der individuellen Betreuung und Arbeit mit dem Kind berücksichtigt werden müssen.
Eltern von autistischen Kindern können durch die enge Zusammenarbeit des Kindergartens mit der Autismusambulanz begleitend beraten werden. Regelmäßig finden in der Ambulanz Elternkreise statt, in denen sich Eltern betroffener Kinder austauschen und informieren können.
Elternabende und Elternsprechstunden aber auch die individuelle Beratung und der Informationsaustausch in persönlicher Atmosphäre gehören zu unserer Konzeption.

Eine Elternmitarbeit bei den anfallenden Problemen der familiär geführten kleinen Einrichtung, ist ausdrücklich erwünscht.

2.7 Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit

Die Zusammenarbeit mit den umliegenden Einrichtungen, wie Ärzten, Einkaufszentren, Schulen und anderen Gewerben, ist uns sehr wichtig.
Bei Stadtteil- und anderen Straßenfesten werden wir uns mit Bastelstraßen u. ä. beteiligen, so dass ein Kennenlernen und Verstehen unserer Arbeit begünstigt wird.
Um bei der Arbeit der Erwachsenen zuzusehen z.B. in einen großen landwirtschaftlichen Betrieb, mit anderen Menschen gemeinsam Feste zu feiern, das Leben Anderer kennen zu lernen und das Erleben mit Tieren weiterzugeben, werden Ausflüge unternommen.
Wir werden andere Kindergartengruppen einladen; die für eine Weile das Leben mit dem Tier miterleben können. Projekte an Wochenenden, zu denen Familien sowohl den Tierbereich als auch den Kindergarten erkunden können, werden angestrebt.

 

 

III.) Beispielkindergärten

 

3.0 Beispiele erfolgreich umgesetzter Konzepte

 

Bekannt sind uns 3 Kindergärten in der Gemeinde Schleching (Bayern im Chiemgau), in Witzenhausen (Ostholstein) und in Krummbeck (Schleswig-Holstein).

Dem Biolandhof in Krummbeck der Familie Muhs mit integrierter Kindertagesstätte haben wir einen Besuch abgestattet, um uns einen Einblick in die praktische Umsetzung eines Konzeptes „Bauernhofkindergarten“ zu verschaffen.

Familie Muhs bewirtschaftet einen 30 ha Ökohof mit 250 Schweinen 10 Mutterkühen, Hühnern und eigener Fleischveredelung. Für die „Wurzelkinder“ gibt es noch 1 Pony, Ziegen, Schafe, Kaninchen und andere für einen Bauernhof typische Kleintiere. Die Kinder können jederzeit bei der Verrichtung der täglichen Arbeiten mithelfen und so den Alltag des Bauernhofes aber auch den Lebenskreislauf der Tiere hautnah miterleben.

Für den Wurzelkindergarten wurde ein Holzpavillon mit einer nutzbaren Grundfläche von 80 m² in die Fläche des Bauernhofes integriert. Die Räumlichkeiten sind behindertengerecht eingerichtet, große Fenster die bis zum Boden reichen lichtdurchfluten den Raum und ermöglichen selbst den Kleinsten den Blick in die Natur.

Mit einer Kapazität von momentan 16 Kindern ist der Bedarf in dieser ländlichen Gegend mit seiner geringen Besiedlung gedeckt. An den Nachmittagen werden zusätzlich Veranstaltungen für andere Kindergärten, Schulklassen und Ferienkinder angeboten. Für die Eltern gibt es Abendveranstaltungen.

 

IV.) Organisatorischer Teil

 

4.1 Rahmenbedingungen/Kapazität/ Personal

 

Um dieses anspruchsvolle Vorhaben umzusetzen, benötigen wir MitarbeiterInnen mit Herz, Engagement und den nötigen Kenntnissen sowohl im Bereich der Erziehung als auch im Bereich der Landwirtschaft. Idealerweise besteht das Team aus MitarbeiterInnen verschiedenster Professionen. HeilpädagogInnen, ErzieherInnen, landwirtschaftliche Fachkräfte und möglicherweise Fachkräfte mit therapeutischen Zusatzausbildungen arbeiten in unserem Team. Um die optimale Betreuung und Integration autistischer und wahrnehmungsgestörter Kinder zu erreichen, ist es nötig, dass uns PraktikantInnen, Zivildienstleistende und ehrenamtliche MitarbeiterInnen unterstützen. Weiterhin versuchen wir eine Hippotherapeutin und einen Hundetherapeuten in den Tagesablauf einzubinden.

Für den Bauernhofkindergarten ist ein Regelbetrieb mit vier Gruppen von 47 Kindern,
5 integrativen (autistischen) Kindern mit 4,87 VZÄ für Erzieher vorgesehen. Wir streben hier eine gute Mischung aus Voll- und Teilzeit, jung und alt und männlich und weiblich an. Die Erzieher sollten möglichst alle über eine heilpädagogische Zusatzqualifikation verfügen. Stallarbeit....... PraktikantInnen werden das Team ergänzen.

 

4.2 Lage/Größe/Räumlichkeiten

 

Mit dem Herrenhaus des ökologischen Gutes Mölkau haben wir ein Domizil auf einen Bauernhof gefunden, dass in unser Konzept passt. Das Haus selbst bietet ideale Voraussetzungen um Platz für zwei integrative und einer normalen Gruppe Raum zu gewähren. Dusch und Wasch- und Garderobenräume in angenehmer Größe und Platz für einen Snoselraum ist vorhanden. Rings um das haus erwartet die Kinder das Leben auf einem funktionsfähigen Bauernhof. Stallanlagen, Felder, Wald und eine großer Park geben die Möglichkeit das landeben in vollen Zügen zu genießen. Den Stall für unsere Tiere (Schweine, Schaf und Hasen) ist nur wenige Meter vom Haus entfernt. Auch eine extra abgegrenzte Freifläche, die wir als Naturspielraum herrichten, liegt auf dem Gelände direkt an die Stallanlagen angrenzend. Den an den Hof benachbarten Wald werden wir intensiv für Wanderungen und die Projektarbeit nutzen.

 

 

4.3 Ausstattung

 

Unabdingbar und spezifisch erscheint uns:

-         Material zur Wahrnehmungsförderung (Tastmaterial, Geräte mit visuellen Reizen,...)

-         Material zur Kommunikationsförderung (Bildkarten, Kommunikations-tafeln und –mappen,...)

-         Tages- und Wochenpläne

-         Didaktisches Lernmaterial (Montessori,...)

-         Spielsachen (Gesellschaftsspiele, Material für konstruktives Spiel, Rollenspiel, Gruppenspiele,...)

-         Bastelmaterial (Papier, Farben, Knete, Ton, Naturmaterialien,...)

-         Snoezelraum

-         Turnmatten

-         Rückzugsmöglichkeit (reizfreier Raum)

-         Schmierwand/ Schmierraum (gefliest)

-         Kindgerechtes Mobiliar

-         Musikinstrumente, Musikanlage, CD’s

-         Sportgeräte, Material zur motorischen Förderung (Trampolin, Hängematte, Therapiekreisel, Rollbretter, Gymnastikbälle,...)

-         Werkzeug/ Haushaltsutensilien (für Gartenbau, Handwerk, Küche,...)

- Verschiedenartige Fachliteratur für das Personal und zum Ausleihen für die Eltern

 

4.4 Öffnungszeiten / Tagesablauf

 

Für den Bauernhofkindergarten ist eine Öffnungszeit von 7.00 – 17.00 Uhr vorgesehen. Um eine optimale Betreuung der Kinder zu gewährleisten und den Mitarbeiterinnen die Möglichkeit zu geben, ihren Urlaub mit der Familie zu verbringen, ist die Schließung während der Weihnachtsferien sowie eine dreiwöchige Sommerpause in den Schulferien erforderlich.

 

Der Tagesablauf gestaltet sich folgendermaßen:

 

7.00 – 8.15 Uhr

in dieser Zeit können die Kinder, die mit frühstücken, den Erzieher/innen anvertraut werden. Wer früh kommt, geht mit in den Stall die Tieren füttern, den Stall entmisten und neu Eintreuen. Die Betreuungspersonen nehmen sich die Zeit für ein Gespräch und die Eltern können organisatorische Fragen ( z.B. zum Tagesablauf, Medikamente, wichtige Ereignisse) mit dem Erzieherpersonal abklären.

 

8.15 – 8.20 Uhr

Wir decken zusammen den Frühstückstisch.

 

8.20 - 8.40 Uhr

Frühstück

 

8.40 – 9.00 Uhr

Morgenkreis mit Erstellung eines Tagesplans (Strukturierung + Orientierung) mit Aktivitäten, Mahlzeiten, Aufgaben,...

 

 9.00 Uhr

Jetzt geht es zu den Tieren - die Tiere werden gestriegelt, geputzt und gestreichelt.

 

10.00 - 10.15 Uhr

2. Frühstück (Obst, rohes Gemüse)

 

10.15 – 11.30 Uhr

Zeit, für freies oder angeleitetes Spiel, mit Spielen, Basteln, Werken, Beobachten und  Erkunden. Angebote passend zur Situation, zur Jahreszeit oder zum Thema. Frühfördereinheiten

 

11.30 – 11.45 Uhr

Vorbereitung zum Mittagessen

 

11.45 – 12.15 Uhr

Mittagessen

 

12.30 Uhr – 14.30Uhr

Mittagsruhe wird eingeleitet mit Liedern, Musik oder Gebet,

Mittagsruhe/ Mittagsschlaf

 

14.30 Uhr

Aufstehen, Anziehen, Knusper-Vesper

 

15.00 – 15.45 Uhr

Wir gehen die Tiere füttern bzw. zur Therapie

 

15.45 – 17.00Uhr

Zeit für freies Spiel – Erzieher sind für Ihre Fragen zum Tagesablauf und organisatorisches offen

 

 

4.5 Ernährung

 

Als Ergänzung des pädagogischen Konzeptes legen wir Wert auf eine naturverbundene, ökologische Ernährung, die weitestgehend vollwertig ist. Zum Frühstück essen die Kinder belegte Vollkornbrote, als Getränk reichen wir Milch oder Säfte. Zum zweiten Frühstück gibt es Obst und rohes Gemüse. Süßigkeiten und Fruchtzwerge sind bei uns unerwünscht.
Wir werden uns von einem Anbieter ökologischer Speisen beliefern lassen. So oft wie möglich sollen die Kinder lernen einfache Speisen aus Schätzen der Natur selbst zuzubereiten. Produkte unserer Tiere verwerten wir selbst und genießen unsere Speisen aus eigener Herstellung. Denkbar sind , selbst hergestellter Quark, Salate mit den Früchten und Gemüse der Saison, selbstgebackenes Brot und alles was die Natur uns bietet. Dafür nutzen wir die Räumlichkeiten der auf dem Hof befindlichen Ökostation. Wichtig ist für unsere Kinder der jahreszeitliche Bezug zu allen Speisen und das Miterleben des Prozesses der Herstellung. Im Zeitalter der industriell hergestellten und verpackten Fertignahrung wollen wir den Kindern des Bauernhofkindergartens ein Gefühl für gesunde Nahrung geben und bewussten Umgang mit Lebensmitteln nahe bringen. Kühe sind nun mal nicht lila und die Milch kommt nicht aus dem Tetrapack.

 

  

4.6 Zusammenarbeit mit Fachleuten

 

Der Bauernhofkindergarten fügt sich in ein bereits bestehendes Netz von Hilfeangeboten für behinderte und nichtbehinderte Kinder und in die Kindertagesstättenlandschaft der Stadt Leipzig ein. Die Abstimmung und Kooperation mit anderen integrativ arbeitenden Kindertagesstätten und anderen Bauernhofkindergärten ist von größter Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit dem Jugend,- Sozial, - und Gesundheitsamt sollte sich offen und intensiv gestalten. Eine Mitarbeit in Gremien und Arbeitsgemeinschaften im Autismusbereich sowie auf fachübergreifender Ebene ist erwünscht und wird gefördert. Kontaktaufnahmen zum SPZ, zu Frühförderstellen und familienentlastenden Diensten erfolgten bereits und werden zukünftig intensiviert. Um den Übergang vom Kindergarten zum Schulbereich so problemlos wie möglich zu gestalten, bemühen wir uns um regen Austausch mit Grundschulen (z.B. die Grundschule in Mölkau und Schloss Schönefeld). Das Bemühen des Bauernhofkindergartens in Zusammenarbeit mit der Autismusambulanz und dem Stadtelternrat wird stets dahin gerichtet sein, bereits vorhandene Dienste sinnvoll in die Arbeit einzubeziehen und bestehende Kontakte zu pflegen und zu fördern.

 

 

4.7 Qualitätssicherung

 

 

V.) Träger

 

Die Trägerschaft soll mit Eröffnung der Einrichtung an das Kyffhäuser Bildungs- und Sozialwerk e.V.,  das hier durch die Autismusambulanz in Leipzig vertreten ist, übergehen.

 

VI.) Kontakt

 

Autismusambulanz Leipzig                      Stadtelternrat- Ohne Grenzen e.V.

Emilienstr.16                                             Weißdornstr.2

04107 Leipzig                                              04209 Leipzig

 

Frau Pohler                                     Herr Michael Jürgen Busch

Tel.: 0341/2126664                                     Tel.: 0172/8745714

Fax: 0341/2126674                                     Fax: 0341/4111905

                                                                        E-Mail: info@stadtelternrat-leipzig.de