Warum Dokumentation

Man könnte diese Frage rein amtlich gesehen so beantworten:
Weil das Sächsische Kindertagesstättengesetz den Sächs. Bildungsplan als verbindliche Grundlage der Arbeit in Kindertagesstätten und der Tagespflege festschreibt (SächsKitaG §2 Abs. 1) und dieser die Dokumentation als wichtigen Bestandteil einer qualitätsvollen Arbeit sieht – muss man es eben tun.

Man kann es aber auch so sehen:
Da in Leipzig immer mehr Frauen und Männer die Chance sehen, sich mit dem Einstieg in die Tagespflege eine existenzielle Grundlage zu schaffen und dadurch bald der Punkt erreicht bzw. überschritten wird, an dem die Nachfrage nach Tagespflege größer ist als das Angebot, wird sich in naher Zukunft die Nachfrage ganz klar über die Qualität regeln, die die jeweilige Tagesmutter bzw. der Tagesvater in ihrer/seiner Pflegestelle anbietet.

Aber eigentlich ist die Antwort auf diese Frage ganz einfach:
Die Bildung eines Menschen ist ein fortwährender Prozess. Er beginnt mit der Menschwerdung und endet erst mit dessen Ableben. Warum Dokumentation So unterschiedlich und einzigartig jeder Mensch ist, so individuell verläuft der Bildungsprozess jedes einzelnen Lebewesens. Neugier und die Erkundung seiner Umwelt sowie das Nachahmen und das selbst Ausprobieren sowie bestimmte Einflüsse aus dem Umfeld des Kindes prägen dessen Lern- und Entwicklungsprozess. Eine wichtige Rolle im Entwicklungsverlauf des Kindes nimmt das Spiel ein. Kreativität und Phantasie bilden das Fundament in der Auseinandersetzung mit seiner Umwelt und die Freude am eigenen Tun. Im Spiel reflektiert das Kind seine Erfahrungen, Stärken und Schwächen, probiert sich aus und erschließt sich neue Welten. Hier gilt es, durch Beobachten und Dokumentieren die individuellen Entwicklungsverläufe des Kindes wahrzunehmen. Wichtig ist eine Kultur des Austausches zwischen Erzieher/in/Fachberater/in, Erzieher/in Eltern und natürlich vom Kind zu Eltern und Erziehern und umgekehrt. Als Grundlage dazu dient die Dokumentation über die Entwicklung des Kindes.Wir wollen Ihnen mit den Entwicklungsbögen eine Möglichkeit bieten, überhaupt dokumentieren zu können, denn dazu – über das was und wie – schreibt weder das Kita-Gesetz als auch der Sächs. Bildungsplan wenig bzw. nichts. Diese unsererseits Ihnen zur Verfügung gestellten Bögen, mit denen Sie die einzelnen Phasen der kindlichen Entwicklung auf einfache Weise festhalten können, sind die Grundlage für einen Hefter, den Sie für jedes von Ihnen betreute Kind anfertigen sollten. Natürlich wäre es gut, wenn jede Mappe noch ein paar Photos von der Erlebniswelt des Kindes und ein paar "Zeichnungen" hinzugefügt werden. So entsteht für die Eltern ein einzigartiges Sammelsurium und natürlich eine wertvolle Entwicklungsdokumentation, für die ersten Lebensjahre ihres Kindes.

Aber die Entwicklungsbögen sollen nicht nur zur Dokumentation herhalten, sondern auch ein kleiner Leitfaden für Sie über die Entwicklungsstufen der Kinder sein. Leicht lässt sich eine "normale" Entwicklung anhand der Bögen verfolgen und so vielleicht entstehende Entwicklungsdefizite besser erkennen, beobachten und mittels Förderung ausgleichen. Wobei hier ganz klar gesagt werden muss, dass mit den Entwicklungsbögen keine Normen für die Entwicklung, eines individuellen Wesens, wie es ein Kind nun einmal ist, aufgestellt wurden. Sie gelten als Orientierung.
Warum Dokumentation Noch etwas zur Handhabung der Entwicklungsbögen:

Wir haben die ersten 3 Lebensjahre in vier Entwicklungsphasen aufgeteilt, also stehen Ihnen 4 Bögen + der "Sozial-Emotionale Bogen" zur Verfügung. Jeder Bogen hat 2 Spalten zur Beschreibung des Entwicklungsschrittes und die Spalten 3–6 mit denen Sie diesen dokumentieren können. Bei Aufnahme des Kindes in Ihre Tagespflegestelle ist es vor allem Spalte 3 und 4, in der Sie festhalten können, ob das Kind die jeweilige Entwicklung schon durchschritten hat. In Spalte 5 (wenn Sie es sicher dokumentieren können)schreiben Sie, wann hat sie/er diesen Entwicklungsschritt "Das erste Mal" gemacht. In Spalte 6 können Sie weitere Beobachtungen oder Erklärungen zum Thema eingeben. Spalte 5 und 6 sind also der laufenden Dokumentation vorbehalten. Der "Sozial–Emotionale Bogen" wird zusätzlich bei jeder der vier Entwicklungsphasen neu mit ausgefüllt! Das bedeutet, am Ende des dritten Lebensjahres haben Sie dann 8 Bögen + Photos und Bilder, die Sie dann den Eltern – in einer Mappe – mit auf den weiteren Weg ihres Kindes geben können.

Ich wünsche Ihnen mit dieser Dokumentation viel Spaß und ein gutes Arbeiten und würde mich über ein Feedback Ihrerseits sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Jürgen Busch